18.10.2019

Gefahr durch verschleppte Infekte

Mit Infekten ist nicht zu spaßen. Denn selbst vermeintlich banale Erkrankungen können zu einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung führen. Wie man sich im Krankheitsfall richtig verhält.... [ mehr lesen ]

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18.10.2019

Gefahr durch verschleppte Infekte

Mit Infekten ist nicht zu spaßen. Denn selbst vermeintlich banale Erkrankungen können zu einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung führen. Wie man sich im Krankheitsfall richtig verhält.

Beschwerden bei Herzmuskelentzündung oft unspezifisch

In der nasskalten Jahreszeit verbreiten sich Viren und Bakterien besonders gut. Vor allem bei fiebrigen Infekten wie einer Grippe kann es – oft unbemerkt – zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Zwar verläuft die unter Medizinern als Myokarditis bekannte Erkrankung meist harmlos, körperliche Anstrengung stellt für das Herz in einer solchen Situation aber eine enorme Belastung dar. „Eine massive Herzschwäche kann die Folge sein, im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod“, warnt Herzspezialist Dr. Michael Böhm.
Besonders häufig verursachen Viren eine Herzmuskelentzündung – zum Beispiel im Rahmen einer Grippe. Aber auch Bakterien, Pilze oder Autoimmunerkrankungen können die Krankheit hervorrufen. Da die Entzündungssymptome sehr unspezifisch sind, fällt die Diagnose oft schwer. Typisch sind unter anderem Schwächegefühl, Luftnot, Herzrhythmusstörungen oder Schmerzen in der Brust, die einem Herzinfarkt ähneln. Treten die Beschwerden in Folge eines Infekts auf, sollte umgehend der Hausarzt oder ein Kardiologe aufgesucht werden.

Bei Erkrankung sechs Monate lang konsequent schonen

„Grundsätzlich sollte man bei einer Grippe und anderen viralen oder bakteriellen Infektionen mit Sport und anderen körperlichen Belastungen auf jeden Fall warten, bis Fieber und andere Symptome wie Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen abgeklungen sind und man sich wieder wohlfühlt“, rät Böhm. Liegt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Herzmuskelentzündung vor, braucht es konsequente Schonung – das heißt: sechs Monate lang keine körperliche Belastung in Beruf oder Freizeit. Daneben unterstützen ACE-Hemmer und Betablocker das geschwächte Herz.

Quelle: Deutsche Herzstiftung

17.10.2019

Hantaviren auf dem Vormarsch

In Deutschland mehren sich die Infektionen mit Hantaviren, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Übertragen werden die Krankheitserreger mit Mause-Kot und Mause-Urin. Darum aufgepasst beim Fegen und Putzen von Scheunen, Ställen und alten Gemäuern mit möglichem Nagerbefall.... [ mehr lesen ]

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17.10.2019

Hantaviren auf dem Vormarsch

In Deutschland mehren sich die Infektionen mit Hantaviren, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Übertragen werden die Krankheitserreger mit Mause-Kot und Mause-Urin. Darum aufgepasst beim Fegen und Putzen von Scheunen, Ställen und alten Gemäuern mit möglichem Nagerbefall.

Brennpunkte Bayern, Baden-Württemberg, Münsterland

Über 1200 Hantavirus-Erkrankungen wurden dieses Jahr schon gemeldet, ein infizierter Mann ist sogar verstorben, teilt das RKI mit. Gut zwei Drittel der Fälle traten in Bayern oder Baden-Württemberg auf. Ein besonders hohes Infektionsrisiko findet sich auf der Schwäbischen Alb, im Bayerischen Wald, im Spessart und in Unterfranken, weitere Brennpunkte sind das Münsterland und Osnabrück.

Rötelmaus als Überträger

Hantaviren werden von Nagetieren wie Ratten und Mäuse übertragen. In Deutschland sind vor allem Rötelmäuse für die Verbreitung der Erreger zuständig. Sie scheiden die Viren über ihren Urin, den Kot und den Speichel aus. Meist werden Hantaviren über den Staub eingeatmet, allerdings kann sich der Mensch auch durch einen Mäusebiss oder kontaminierte Lebensmittel anstecken.

Je nach Virustyp verläuft die Erkrankung unterschiedlich schwer, in Deutschland heilt die Erkrankung meist folgenlos aus. Fieber, grippeähnliche Beschwerden und Bauchschmerzen sind häufig, manchmal kommt es auch zu einer Einschränkung der Nierenfunktion und Blutungen. Eine spezielle Therapie bei Hantavirus-Infektion gibt es nicht, die Erkrankten werden symptomatisch behandelt, in schweren Fällen ist eine Intensivtherapie nötig.

Mäuse-Kot meiden

Eine Impfung gegen Hantaviren ist nicht verfügbar. Die einzige mögliche Prävention besteht darin, den Kontakt zu Mäusen und ihren Ausscheidungen zu meiden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für gibt dafür folgende Tipps:

  • Mäuse und Ratten in Wohnungen und Wohngebäuden bekämpfen. Besonders Keller, Dachboden und Nebenräume wie Garagen und Schuppen werden gerne von Mäusen besiedelt.
  • Lebensmittel und Tierfutter fest verschlossenen aufbewahren.
  • Nistmöglichkeiten für Mäuse einschränken, in dem Abfall und Sperrmüll nicht offen gelagert und rasch entsorgt werden; auf Komposthaufen dürfen keine Fleisch- und gekochten Essensreste, denn diese ziehen Ratten und Mäuse an.
  • Beim Fegen oder Reinigen von Scheunen und Schuppen keinen Staubsauger verwenden (welcher viel Staub aufwirbelt), stattdessen Staubschutzmasken und Handschuhe tragen.
  • Mäuse-Kot feucht entfernen und die Putztücher danach entsorgen.
  • Tierkadaver in Plastiktüten stecken, Plastiktüten verknoten und in den Hausmüll geben.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien Hände gründlich waschen.

Quellen: Ärztezeitung, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

16.10.2019

Waschmaschine verbreitet Bakterien

Oft vermutet und jetzt zum ersten Mal nachgewiesen: Waschmaschinen können resistente Keime übertragen, wie der Fall einer Kinderklinik aufzeigt. Bonner Hygieniker empfehlen deshalb bestimmten Haushalten, die Wäsche öfter mit mindestens 60°C zu waschen.... [ mehr lesen ]

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16.10.2019

Waschmaschine verbreitet Bakterien

Oft vermutet und jetzt zum ersten Mal nachgewiesen: Waschmaschinen können resistente Keime übertragen, wie der Fall einer Kinderklinik aufzeigt. Bonner Hygieniker empfehlen deshalb bestimmten Haushalten, die Wäsche öfter mit mindestens 60°C zu waschen.

Rätselhafter Keim auf der Baby-Station

Über ein Jahr hinweg wurde auf der Neugeborenen-Station einer deutschen Kinderklinik wiederholt ein seltener aber aggressiver Keim gefunden. Insgesamt 13 Neugeborene waren von ihm besiedelt – doch die Babys hatten Glück: Obwohl es sich bei dem Erreger um einen antibiotika-resistenten und lebensgefährlichen Klebsiella-Typ handelte, entwickelte keines der betroffenen Kinder eine Infektion. Da das Bakterium jedoch trotz strenger Hygienevorkehrungen immer wieder auftauchte und die Quelle nicht gefunden werden konnte, zogen die Ärzte schließlich das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uniklinik Bonn hinzu.

Waschmaschine steckte dahinter

Zunächst fanden die Bonner Hygieniker heraus, dass weder Eltern noch Pflegepersonal Träger des seltenen Keims waren. Bei umfangreichen hygienetechnischen Untersuchungen des weiteren Umfelds wurden sie schließlich im Keller der Kinderklinik fündig. An Spülfach und Türgummi einer (handelsüblichen) Waschmaschine, in der handgestrickte Mützchen und Söckchen der Neugeborenen bei niedrigen Temperaturen gewaschen worden waren, fanden sie den Keim. Nach Ausrangieren des Gerätes war es mit dem Keimspuk zu Ende – das aggressive Klebsiella-Bakterium tauchte bei zahlreichen Kontrollen im Krankenhaus nirgendwo mehr auf.

Normalerweise sind in Kliniken spezielle Waschmaschinen und -verfahren im Einsatz, die durch hohe Temperaturen und Desinfektionsmittel die Verbreitung von Krankheitserregern verhindern. Mit Hilfe dieses seltenen Einzelfalles ist aber klar geworden, dass durch das Waschen mit herkömmlichen Waschmaschinen durchaus Keime über die Wäsche auf Menschen übertragen werden können, betont Daniel Exner, Hygienebeauftragter der Uniklinik Bonn.

Übertragung auch zu Hause möglich

Dies ist vor allem in Zeiten von Bedeutung, in denen Energie eingespart und in Privathaushalten gerne mit niedrigen Temperaturen von 30 oder 40° C gewaschen wird. Für Gesunde ist es in der Regel kein Problem, wenn einige Keime diese Waschgänge überstehen. Problematisch wird es jedoch, wenn es um Menschen mit offenen Wunden, Blasenkathetern oder eitrigen Infektionen geht. Hier empfiehlt der Hygieneexperte, um eine Übertragung gefährlicher Bakterien zu vermeiden, die Wäsche mit mindestens 60°C zu waschen.

Quelle: idw – Informationsdienst Wissenschaft